Invisible People . Nightworkers . Reportage

There was a night where I came back so late that it was early. I was looking forward to let myself fall into bed: streets were dark, calm, smooth. suddenly I heard a rolling sound behind me. I turned around and saw a woman distributing the morning paper. I asked myself what it would feel like to work in the city's nocturne atmosphere.
It's in an almost imperceptible way that night workers accomplish their tasks in the silence of the night. They drive ambulances or transit trains, renovate highways, repair trains, build train tracks, keep places secure or watch buildings... 48% of germany's active population works night shifts.
Who are these men and women who, under the watchful eye of the moon, accomplish work that's often tough and against the body's rhythm? What type of night work needs to exist in order for a city like berlin to function?
My photographic work looks into the common people's lives, those who make a living off night work, while the majority of the population is asleep. Via reportage and portraits I wished to shed light on these workers, too often forgotten in the day's whirlwind.

Amélie Losier
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"In dieser Ausstellung ist das Thema: Reportagen über Nachtarbeiter.
Da hast Du Dir eine schwierige Aufgabe gestellt. Die Nacht ist dunkel. Da fehlt, bis auf kleine Ausnahmen, das Licht, das wir Fotografen so sehr brauchen. Mit dem wenigen vorhandenen Licht erzählst Du uns die Geschichten der Nachtarbeiter. Das ist die eine Schwierigkeit, die Du überwunden hast.
Die zweite Aufgabe bestand, wie bei allen Reportagen darin, sich den Arbeitern zu nähern, die richtige Distanz zu finden, damit sie Dich mit Deinem Fotoapparat akzeptieren und gleichzeitig Deine Anwesenheit vergessen. Auch das hast Du gut gelöst.
Die Bilder strahlen eine Natürlichkeit aus, teilen uns etwas über das Leben und die Welt mit. Dir gelingt es, das vorhandene Licht richtig einzusetzen, den Raum zu erfassen und die Situationen und Dinge, die man sieht zu ordnen. Dies ist das Wesen von guter Komposition. So sind auch Deine Aufnahmen mehr als Reportagefotos (...)."

Barbara Klemm, Fotografin und Mitglied der Akademie der Künste Berlin
Aus der Rede zur Eröffnung der Ausstellung "Quand la ville dort. Die Nachtarbeiter" 2008
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"Quand la ville dort - Wenn die Stadt schläft - hat Amélie Losier die Fotografien dieser Reihe genannt (..). Ganz bewusst hat sie sich gegen die Nachtarbeiter der Vergnügungsindustrie entschieden. Vielleicht weil bei DJs, Türstehern, Garderobenfrauen, Köchen, ja sogar bei Kellnern Spaß, Flirten und das Sinnliche zur Arbeit gehören. Amélie wollte keinen Spaß. Sie wollte Menschen porträtieren, die darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt in der Nacht zu verdienen. Sie wollte gegen ihren eigenen Rhythmus und gegen die Müdigkeit arbeiten. Sie wollte den Blick auf Menschen richten, die unsichtbar von der Allgemeinheit in der Anonymität der Nacht oftmals schwere körperliche Arbeit leisten. Sie wollte Menschen porträtieren, die die Stadt am Leben erhalten - ihre Stadt Berlin.
(...) Es ist Amélies Leistung, das Geschehen in einem einzigen Bild zu erklären. Sie komponiert Personen und Raum, nutzt das vorhandene Licht und löst im entscheidenden Moment aus."

Britta Wauer, Dokumentarfilmemacherin und Produzentin
Auszug aus dem Vorwort vom Buch
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Published book at Edition Lehmstedt http://www.lehmstedt.de/losier.htm